Du bist eigentlich zufrieden in deinem Job. Aber irgendwie merkst du: Du lebst unter deinem Potenzial

 
 


„Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben zu arbeiten." – Konfuzius

Wäre das nicht ziemlich cool? Wenn sich Arbeit einfach nicht mehr wie Arbeit anfühlt.

Vielleicht ist es bei dir nicht ganz so. Aber prinzipiell bist du eigentlich ziemlich zufrieden in deinem Job. Nettes Team, tolle Führungskraft, eigentlich passt alles. Du machst den Job gerne. Flexible Arbeitszeiten, eigener Gestaltungsspielraum. Wenn dich jemand fragt, wie es dir im Job geht, sagst du ehrlich: gut. Wirklich gut. Eigentlich kannst du dich nicht beklagen.

Ganz schön viele Eigentlichs, oder?

Hier kommt das Aber.

Da ist dieser Gedanke irgendwo im Hintergrund. In mir steckt mehr. Ich kann mehr. Aber so richtig zeigen kann ich das hier nicht. Irgendwas fehlt. Du solltest eigentlich total zufrieden sein. Trotzdem würdest du gerne mit mehr Freude in die Arbeit gehen. Dieses Gefühl, das eigene Potenzial wirklich zu leben, fehlt wenn Du ehrlich bist.

Und dann fragst du dich, ob du einfach zu anspruchsvoll bist. Ob das normal ist. Ob andere das auch kennen oder ob du halt einfach nie ganz zufrieden sein kannst.

Ich kenne dieses Gefühl selbst aus eigener Erfahrung und aus Gesprächen mit Klientinnen, die mir erzählen: Ich mag meine Arbeit an sich. Aber ich weiß, dass da noch mehr in mir steckt. Nur was, das weiß ich nicht.

Wenn gut genug sich trotzdem nicht richtig anfühlt 

Darum geht es in diesem Artikel. Um dieses spezifische Gefühl, das entsteht, wenn du spürst, dass du Potential in dir trägst und woran es liegen könnte, dass du es noch nicht ganz lebst.

Zufriedenheit heißt: Es passt. Der Job ist okay, das Umfeld stimmt, du hast nichts Konkretes zu meckern. Zufriedenheit ist nicht nichts. Sie ist tatsächlich ziemlich viel wert. Wer schon mal in einem Job gearbeitet hat, der wirklich nicht gestimmt hat, weiß das.

Aber Erfüllung ist etwas anderes.

Erfüllung ist dieses Gefühl, das sich einstellt, wenn du im Flow bist. Der Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi hat sein Leben damit verbracht zu erforschen, wann Menschen wirklich aufblühen und sein Ergebnis war so simpel wie treffend: Es passiert genau dann, wenn das, was du kannst und das was du tust, perfekt übereinstimmen. Man verliert das Zeitgefühl. Die Arbeit fließt. Und abends gehst du nach Hause mit diesem stillen, tiefen Gefühl: Das war gut. Nicht weil du viel geleistet hast, sondern weil es sich richtig angefühlt hat.

Genau das fehlt. Einfach dieser leise Abstand zwischen dem, was du gerade gibst und dem, was du eigentlich geben könntest.

Der Psychologe Abraham Maslow hat das in seiner Bedürfnispyramide ganz oben angesiedelt: Selbstverwirklichung. Das Bedürfnis, das eigene Potenzial wirklich zu leben. Es kommt erst dann zum Vorschein, wenn die anderen Dinge stimmen: Sicherheit, Zugehörigkeit, Anerkennung. Wenn also der Job gut ist, die Kollegen passen, das Gehalt stimmt, hat dieses tiefere Bedürfnis plötzlich Raum. Und es meldet sich.

Was steckt hinter dem Gefühl, das eigene Potenzial im Job nicht zu leben?

Es gibt keine Checkliste dafür. Kein Formular, das du ausfüllst und dann steht da: Yep, du schöpfst dein Potenzial nicht aus.

Es zeigt sich eher in kleinen Momenten.

Du sitzt in einem Meeting, hörst zu, und merkst, dass du innerlich schon drei Schritte weiter bist. Du hast Ideen (gute Ideen, das weißt du), aber irgendwie kommen sie nicht raus. Entweder weil der Rahmen es nicht zulässt, weil die Aufgaben zu eng gesteckt sind, oder weil du selbst noch nicht genau weißt, in welche Richtung sie eigentlich gehören.

Oder du machst eine Aufgabe gut. Wirklich gut. Bekommst vielleicht sogar Lob dafür. Und denkst trotzdem: Das war nicht alles, was ich kann.

Manchmal zeigt es sich auch im Gegenteil. In dieser merkwürdigen Leichtigkeit bei bestimmten Dingen. Aufgaben, die anderen schwerfallen, gehen dir fast zu einfach von der Hand. Nicht weil du so viel besser bist, sondern weil du dort irgendwo genau richtig bist. Und du fragst dich: Warum mache ich davon so wenig?
Vielleicht gehen dir Sätze wie diese im Kopf rum:

Ich habe das Gefühl, ich könnte mehr Verantwortung übernehmen, aber niemand fragt mich.
Ich weiß nicht genau, was ich will, aber ich weiß dass es mehr sein könnte als das hier.
Ich bin gut in dem, was ich tue. Aber ich weiß, da geht noch viel mehr.

Das deutet darauf hin, dass du noch nicht den richtigen Platz gefunden hast.

Manchmal zeigt es sich auch ganz schlicht im Energiehaushalt.

Du kommst nach Hause nach einem Tag, der objektiv okay war. Nichts Schlimmes ist passiert, du hast deine Sachen erledigt, die Meetings waren normal. Und trotzdem bist du leer. Nicht erschöpft im Sinne von: Ich habe heute alles gegeben. Sondern leer im Sinne von: Da war nicht viel, das mich wirklich getragen hat.

Das ist ein Unterschied, den man kennt, wenn man ihn kennt.

Energie im Job funktioniert nämlich nicht nur in eine Richtung. Es gibt Aufgaben, die dich Energie kosten und Aufgaben, die dir Energie geben. Beides gleichzeitig. Wer viel von dem macht, was ihn antreibt, geht oft mit mehr Energie nach Hause als er morgens hatte. Ja, ich weiss das  klingt fast unglaublich, stimmt aber. Und wer hauptsächlich das macht, was er gut kann, aber nicht, was ihn wirklich bewegt, der fährt irgendwann dauerhaft mit halber Tankfüllung.

Ein dazu passendes Zitat finde ich:
„Frag dich nicht, was die Welt braucht. Frag dich, was dich lebendig macht und tu das.
Denn was die Welt braucht, sind Menschen, die lebendig sind."
– Howard Thurman

Genau dieses Leer-obwohl-okay-Gefühl ist oft der erste echte Hinweis. Du hast keine große Krise. Da ist einfach dieser leise, wiederkehrende Gedanke an einem ganz normalen Dienstagabend: Irgendwie lebe ich nicht mein Potential.

Was dieses Gefühl dir im Job wirklich sagen will

Versuchts du auch dieses Gefühl  wegzudrücken und redest du dir ein: “Ich hab es doch gut. Andere wären froh zu sein an meiner Stelle. Hör auf zu jammern.”

Das Problem ist: Das Gefühl geht nicht weg. Es rückt höchstens für eine Weile in den Hintergrund. Und dann taucht es wieder auf. Beim Kaffee morgens. Oder abends nach einem Tag, der eigentlich ganz okay war, und du trotzdem nicht weißt, warum da diese diffuse Unruhe ist.

Es ist ein ziemlich deutlicher Hinweis, dass zwischen dem was du gerade tust und dem was in dir steckt noch Raum ist. Ungenutzter Raum. Und unser inneres System – so banal das klingt – mag ungenutzten Raum nicht besonders.

Steve Jobs hat das mal so formuliert: „Deine Arbeit wird einen großen Teil deines Lebens ausfüllen, und der einzige Weg wirklich zufrieden zu sein ist, zu tun was du für großartige Arbeit hältst. Und der einzige Weg großartige Arbeit zu tun ist zu lieben was du tust."

Schön. Stimmt wahrscheinlich auch. Hilft dir im Moment aber vermutlich wenig, wenn du deinen Job eigentlich magst und trotzdem nicht weißt was fehlt.

Deswegen hier ein anderer Blickwinkel.

Dieses Gefühl sagt dir nicht: Kündige sofort, wechsle den Job, schmeiß alles hin. Es sagt etwas Anderes: Ich bin noch nicht ganz angekommen bei dem, was möglich wäre. Es fragt: Welche Seiten von dir kommen hier eigentlich zum Einsatz und welche nicht? Wo bekommst du Energie zurück, und wo fließt sie nur raus?

Meistens haben die Menschen, die zu mir kommen, auf diese Fragen noch keine Antwort. Nicht weil sie nicht über sich nachgedacht hätten. Sondern weil Ihnen eben diese Klarheit fehlt.

Eigene Stärken und Potenzial erkennen. Warum wir so schlecht darin sind

Hier ist etwas, das ich immer wieder beobachte bei Klientinnen und ehrlich gesagt auch bei mir selbst.

Die Dinge, in denen wir wirklich gut sind, fallen uns oft so leicht, dass wir sie gar nicht als Stärke wahrnehmen. Wir halten sie für selbstverständlich. Für normal. Für etwas, das jeder kann, der sich ein bisschen Mühe gibt. Meistens stimmt das nicht.

Was dir leicht fällt, fällt anderen nicht leicht. Was für dich selbstverständlich ist, ist für jemand anderen eine echte Hürde. Aber weil du es nie anders kanntest, schaust du daran vorbei. Es hat sich nie nach Leistung angefühlt also zählt es in deinem Kopf irgendwie nicht.

Und dann ist da noch etwas anderes.

Viele Menschen, die dieses Gefühl kennen, haben nie wirklich herausgefunden, was sie eigentlich antreibt. Nicht was sie können. Sondern was ihnen Energie gibt. Was sie so in den Flow bringt, dass sie abends kurz überrascht sind, wie spät es schon ist. Das ist eine andere Frage als: Was steht in meinem Lebenslauf?

Wir sind es so gewohnt, uns über Aufgaben und Jobtitel zu definieren. Die tiefere Frage wie zB. was brauche ich eigentlich, um wirklich aufzublühen , die stellt sich kaum jemand.

Stell dir vor, es geht dir wie Lena. Lena ist jemand, die zu mir ins Coaching kommen könnte. Vielleicht erkennst du dich ja ein bisschen in ihr wieder.

Lena hat einen richtig guten Job. Interessante Branche, nettes Team, faire Führungskraft. Sie hat keine konkreten Beschwerden. Nur dieses Gefühl, dass sie irgendwie immer ein bisschen neben sich steht. Dass sie ihre Sachen gut macht, liefert, funktioniert, aber irgendwie nie das Gefühl hat:
Ja. Das bin ich. Sondern sie denkt eher: ich bin noch nicht am richtigen Ort, aber die Richtung ist schon ganz gut.

Sie kann es kaum erklären. Und genau das macht es so schwierig. Denn wie spricht man über etwas, das sich wie ein Problem anfühlt, aber eigentlich keines sein dürfte?

Wenn Lena sich näher mit sich beschäftigen würde, würde sie herausfinden: Sie hat jahrelang in einer Rolle gearbeitet, die ihre Fähigkeiten nutzte, aber nicht das, was sie wirklich antreibt. Den direkten Kontakt mit Menschen. Das unmittelbare Feedback. Das Gefühl, etwas zu bewegen, das man sofort sieht, fehlte ihr. Die ganze Zeit. Und dann würde Lena nochmal in sich gehen. Und ehrlich zu sich sein. Dann würde sie zugeben, dass sie das ehrlicherweise auch irgendwie wusste, tief in sich drinnen. Sie hat sich nur nicht richtig zugehört.

Denn oft wissen wir schon, was gut für uns selbst ist. Wir müssen uns selbst eben auch den Raum geben, zu hören und zu spüren, was wir wollen. Nicht nur intellektuell, sondern mit unserem ganzen Körper. Der Körper zeigt dir schnell genug, ob sich etwas gut anfühlt oder nicht.

Wie Coaching hilft wenn nicht Unzufriedenheit das Problem ist

Also. Vielleicht gehörst du auch zu den Menschen, die bereits Jobwechsel, Karriereberatung oder Neuorientierung gegoogelt haben.  Oder vielleicht hast du mit Freundinnen, Geschwistern, der Familie Gespräche über deine berufliche Entwicklung geführt. Aber weiter bist du nicht gekommen.

Wenn du nicht weißt, was dir fehlt, hilft es wenig, wenn jemand dir sagt, was du tun sollst. Was du brauchst, ist kein Ratschlag, sondern der Raum, um selbst draufzukommen. Und das entsteht nicht beim stillen Nachdenken allein. Er entsteht im Gespräch. In dem Moment, wo jemand eine Frage stellt, auf die du keine fertige Antwort hast. Und du trotzdem antwortest. Und dich dabei selbst hörst. Und dir selbst zuhörst. 

Genau das passiert im Coaching.

Wir schauen gemeinsam hin. Auf das, was dich antreibt, auf das, was dir Energie gibt, auf die Momente, in denen du wirklich da warst und auf die, in denen du nur funktioniert hast. Wir finden heraus, was du brauchst, damit sich Arbeit nicht nur gut anfühlt, sondern richtig. Ich sage dir nicht, was du willst. Das wäre auch ziemlich anmaßend. Denn du allein weißt, was das Beste für dich ist. Manchmal braucht man einfach etwas Unterstützung von außen, um darauf zu kommen.

Wenn du eigentlich zufrieden bist im Job, aber weißt, dass da noch mehr in dir steckt, dann lass uns reden.

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Fazit

Und ja, mir ist klar. Ein guter Job ist nicht selbstverständlich. Und trotzdem sitzt du hier und liest das.

Manchmal muss man gar nichts Radikales verändern. Wer anfängt, sich ernsthaft damit zu beschäftigen, was ihn/sie wirklich erfüllt, wie ein gelungenes Arbeitsleben für ihn/sie persönlich aussieht, der/die merkt oft: Es braucht manchmal gar nicht so viel, um etwas zu verändern. Es braucht Klarheit. Und dann lassen sich Stellschrauben drehen.

Vielleicht bedeutet das, ein Ehrenamt auszuüben. Vielleicht die Arbeitszeit zu reduzieren und sich weiterzubilden. Vielleicht bedeutet es, sich innerhalb der Organisation zu verändern und neue Kompetenzen aufzubauen. Oder einfach ein paar Gespräche mit der Führungskraft führen, weil dir plötzlich Dinge klar geworden sind, die du vorher gar nicht auf dem Schirm hattest. 

Und noch etwas: Arbeit und Privatleben lassen sich nicht wirklich trennen. Wie du arbeitest beeinflusst wie du lebst. Wer im Job nicht wirklich zufrieden ist, bringt dieses Gefühl auch nach Hause. Deswegen lohnt es sich, hinzuschauen, nicht nur für den Job, sondern generell ist es wichtig sich die Frage zu stellen: wie will ich eigentlich leben. 

All das lässt sich erarbeiten. In einem Prozess, bei dem ich dich begleite. Als jemand Neutrales, der dir freundlich die blinden Flecken zeigt und dir zurückspiegelt, was für dich vielleicht noch nicht so klar und sichtbar ist.

Wenn du neugierig geworden bist, wie so ein Coaching-Prozess konkret aussieht, lies gerne diesen Artikel. Der erste Absatz ist für dich an dieser Stelle nicht relevant, spring direkt zu den drei Phasen und starte mit der Explore-Phase.

Und wenn du danach neugierig geworden bist, was sich verändert hat für Menschen, die zu mir ins Coaching gekommen sind, darfst du gerne hier (in der Mitte des Artikels) über die Erfahrungen meiner Kundinnen lesen.

Vielleicht überzeugt dich das ja. Und wenn du immer noch das Gefühl hast: Ich möchte endlich mein Potenzial leben, dann melde dich. Ich freue mich dich kennenzulernen.

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