Hält dich die Angst vor einem finanziellen Rückschritt davon ab, beruflich etwas komplett anderes zu machen?

 
 

Du spielst mit dem Gedanken, dich beruflich neu zu orientieren, aber etwas hält dich zurück? Vielleicht ist es die Sorge, dass eine berufliche Neuorientierung deinen Lebensstandard gefährdet: weniger Geld, weniger Freizeit oder ein unsicheres Arbeitsumfeld ohne die gewohnte Routine.

Genau diese Angst hält viele Menschen davon ab, mutig zu handeln. Statt Chancen zu ergreifen, bleiben sie lieber im gewohnten Job auch wenn er unzufrieden macht.

Ich kenne diese Gefühle nur zu gut. Als ich selbst über eine berufliche Neuorientierung nachdachte, war die Angst vor finanziellen Einbußen einer der Hauptgrund, warum ich viel länger in einem Job blieb, der mich unglücklich machte. Es hat lange gedauert, bis ich diese Angst überwunden habe.  Auch in Gesprächen mit meinen Kund:innen begegnet mir dieses Muster immer wieder: Die Angst vor weniger Geld ist oft größer als der Mut, etwas Neues zu wagen.

Die gute Nachricht: Diese Angst ist normal und sie lässt sich Schritt für Schritt entkräften.

Muss ein Jobwechsel automatisch mit finanziellen Rückschritten verbunden sein?

Natürlich müssen wir unsere Miete zahlen und unsere Fixkosten decken. Das ist selbstverständlich. Niemand soll blauäugig in ein Abenteuer starten, ohne die Realität im Blick zu behalten. Aber: Ein neuer Job bedeutet nicht automatisch, dass du weniger verdienst.

Letztendlich habe ich keine Glaskugel und kann dir nicht sagen, wie das in deinem individuellen Fall wäre. Es kommt darauf an, in welche Branche du wechselst, welche Rolle du einnimmst und welche Erfahrungen du mitbringst. Entscheidend ist: Du startest nicht bei null. Dein bisheriger Weg ist ein Fundament, das dir niemand nehmen kann.

Manchmal ist es sogar so, dass ein neuer Job besser bezahlt wird als der alte besonders dann, wenn du deine Stärken gezielter einsetzt oder in eine wachsende Branche wechselst.

Warum zögern wir also? Unser Gehirn liebt Sicherheit. Psychologische Studien zeigen: Verluste wiegen emotional schwerer als Gewinne. Dieses Phänomen wird als „Verlustaversion“ genannt.

Ein Bild dazu: Stell dir vor, du bekommst ein Konzert Ticket geschenkt. Du freust dich riesig. Dann verlierst du es und der Ärger ist größer als die ursprüngliche Freude. Genauso fühlt sich oft die Angst vor einem Jobwechsel an: Der mögliche Verlust überstrahlt die Aussicht auf Gewinn.

Also das bedeutet, die Aussicht, etwas Sicheres zu verlieren, wiegt schwerer als die Hoffnung auf etwas Besseres. Wir stellen uns automatisch das Worst-Case-Szenario vor, statt das Best-Case zuzulassen. 

Und? Kommt dir das bekannt vor? 

Konsum als Ablenkung: Warum tricksen wir uns selbst aus?

Ein weiterer Grund, warum viele Angst haben, finanziell schlechter gestellt zu sein, ist, dass wir uns oft gar nicht bewusst machen, wie viel wir wirklich brauchen.Vielleicht kennst du das: Nach einem stressigen Arbeitstag gönnst du dir etwas: eine Massage, Schnickschnack für die Wohnung oder neue Klamotten. Ich sage das so direkt, weil mir das selbst auch so ging: Früher habe ich mich genauso belohnt oder mich mit einem Kurzurlaub „getröstet“. Kurzfristig fühlte ich mich besser doch das eigentliche Problem, meine berufliche Unzufriedenheit, blieb bestehen.

Ich wollte nicht wahrhaben, was der eigentliche Grund war für meine schlechte Laune und meinen Frust. Stattdessen dachte ich: Wenn ich mir schöne Reisen oder Erlebnisse gönne, halte ich den Job, der mir Energie zieht, schon irgendwie besser aus. Also lebte ich von Urlaub zu Urlaub. Doch das Ergebnis war ernüchternd: Schon kurz nach jedem Urlaub fühlte ich mich wieder frustriert und demotiviert und begann sofort, den nächsten Urlaub zu planen. Verrückt, oder?

Wofür gibst du dein Geld wirklich aus und macht es dich glücklich?

Frage dich mal ehrlich: Weißt du eigentlich, wohin dein Geld jeden Monat so verschwindet? Ein Cappuccino hier, ein Paar Sneaker da, ein spontaner Wochenendtrip, weil die Arbeit dich nervt… und schwupps: Konto leer. Und das, obwohl die Unzufriedenheit im Job trotzdem bleibt.

Vielleicht hast du ja schon einmal von Minimalismus gehört. Im Kern bedeutet er: bewusster Konsum. Es geht nicht darum, möglichst wenig zu besitzen oder streng zu verzichten, sondern darum, Klarheit zu schaffen darüber, was du wirklich brauchst und welchen Ballast du loslassen kannst. Eine schöne Definition lautet: „Minimalismus ist das bewusste Entscheiden für das Wesentliche und gegen das Überflüssige.“

Und jetzt fragst du dich vielleicht: Was hat Minimalismus mit beruflicher Neuorientierung zu tun? Minimalismus kann eine Inspiration sein, genauer hinzuschauen: Für was gibst du eigentlich dein Geld aus und macht dich das wirklich glücklich?

Keine Sorge: Du musst nicht sofort dein gesamtes Hab und Gut verkaufen oder in eine Tiny-House-Community ziehen. Aber vielleicht kann dir dieser Gedanke einen Impuls geben. Denn im Kern geht es um eine einfache, aber kraftvolle Frage: Wo und wie möchtest du dein Geld einsetzen?

Hier eine kleine Aufgabe für dich: Nimm dir einmal Zeit und mach eine ehrliche Übersicht. Wofür gibst du aktuell Geld aus und wie zufrieden fühlst du dich dadurch wirklich? Vielleicht merkst du, dass viele Ausgaben eher kurzfristige Stimmungsaufheller sind, die nichts an deiner grundlegenden Unzufriedenheit ändern.

Und dann stell dir die Gegenfrage: Wie wäre es, wenn du einen Teil deines Geldes in etwas investierst, das dich wirklich weiterbringt? In eine Weiterbildung, die dir neue Perspektiven eröffnet. In ein Coaching, das dir Klarheit für deine nächsten Schritte schenkt. Oder in einen Kurs, der dir genau die Kompetenzen vermittelt, die du für deine berufliche Neuorientierung brauchst.Was glaubst du: Was macht dich langfristig glücklicher?

Was ist deine persönliche Definition von Sicherheit?

Viele von uns verbinden Sicherheit automatisch mit einem festen Gehalt, einem unbefristeten Vertrag oder einem geregelten Arbeitsablauf. Doch die Realität sieht anders aus: Die einzige Konstante im Leben ist Veränderung. Alles kann sich jederzeit ändern. Unternehmen werden umstrukturiert, Chefs wechseln, Projekte verändern sich, Kolleg:innen gehen oder neue Aufgaben tauchen auf, die uns gar nicht liegen. Wie schon der griechische Philosoph Heraklit sagte: Wandel ist die einzige Beständigkeit.

In einer Welt, die sich ständig verändert, ist äußere Sicherheit ein Trugbild. Was wirklich zählt, ist das Vertrauen in dich selbst. Vertrauen entsteht von innen: durch Fähigkeiten, die du flexibel einsetzen kannst, durch das Bewusstsein deiner Stärken, durch kontinuierliches Lernen, Erfolgserlebnisse und positives Feedback. Dieses Vertrauen wirkt wie ein unsichtbares Sicherheitsnetz. Du weißt, dass du Herausforderungen meistern kannst, selbst wenn äußere Umstände unsicher sind oder sich eben plötzlich ändern.

Je mehr du deine Kompetenzen und Talente lebst, desto leichter erkennst du Chancen und ergreifst sie. Du bist nicht abhängig von einem bestimmten Job oder Arbeitgeber, sondern von deinem Können. Sicherheit liegt also nicht im Festhalten an äußeren Strukturen, sondern im Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten, dein Wissen und deine Entscheidungskraft. Sie ist das stabile Fundament, das dir ermöglicht, mutig neue berufliche Wege zu gehen.


Warum ist die Angst vor Geldverlust so mächtig?

Die Angst vor finanziellen Rückschritten kann einen wirklich ausbremsen. Vielleicht kennst du diese Gedanken: „Was, wenn ich weniger Geld habe?“ Plötzlich schwingt ein ganzes Bündel an Befürchtungen mit: Kann ich meine Fixkosten noch decken? Verliere ich meine Freiheit, selbst Entscheidungen zu treffen? Wie wirken sich geringere Mittel auf mein soziales Umfeld, meine Freizeitgestaltung oder meinen Status aus?

Doch diese Angst ist oft ein verzerrter Blick auf die Realität. Sie richtet den Fokus fast ausschließlich auf das, was verloren gehen könnte, während die Chancen eines beruflichen Wechsels komplett ausgeblendet werden. Eine berufliche Neuorientierung kann zwar finanzielle Risiken bergen, eröffnet aber vor allem neue Möglichkeiten: mehr Zufriedenheit im Alltag, weniger Stress, weil du nicht ständig darüber nachgrübelst, ob du dich beruflich verändern sollst oder nicht, mehr Energie, wenn du einen Job hast, der besser zu dir und deinem Leben passt, und mehr Motivation, weil du Freude an deiner Arbeit hast.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur: „Was kostet mich der Wechsel?“ Sondern vielmehr: „Was kostet es mich, wenn ich bleibe, wo ich bin?“ Denn in der bekannten, aber unzufriedenen Situation verlieren wir jeden Tag Lebensqualität, Energie und Freude. Ressourcen, die sich langfristig nicht in Geld messen lassen, aber unbezahlbar sind.


Fazit: Was hält dich wirklich zurück und wie gehst du den nächsten Schritt?

Niemand kann garantieren, dass ein Jobwechsel reibungslos verläuft. Die entscheidende Frage lautet daher nicht: „Was verliere ich vielleicht?“ Sondern: „Was verliere ich, wenn ich bleibe, wo ich bin?“

Am Ende geht es darum, dich selbst ehrlich zu fragen:

  • Was brauche ich wirklich, um zufrieden zu sein?

  • Wo kompensiere ich gerade nur?

  • Und wie sieht mein Leben aus, wenn ich noch fünf Jahre so weitermache wie bisher?

    Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, dass einiges davon auf dich zutrifft: dass du aus Frust konsumierst, dass deine Vorstellung von Sicherheit bisher nur auf dem Gehalt basierte oder dass es nicht das Geld ist, das dich zurückhält sondern die Angst vor Veränderung. Wenn du neugierig bist und einfach mal prüfen möchtest, ob es sinnvoll ist, in ein Jobcoaching zu investieren, dann buche dir hier einen Termin. Lass uns gemeinsam schauen, ob und wie wir gut zusammenarbeiten können und welche Schritte dich auf deinem Weg zur beruflichen Neuorientierung wirklich weiterbringen.

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