Keine Zeit für Coaching. Warum du dich lieber selbst belügst ( und was der eigentliche Grund ist)
Du weißt, du solltest etwas ändern. Eigentlich willst du auch etwas ändern. Dein Job nervt dich, er zieht dir Energie, und richtig glücklich bist du dort schon lange nicht mehr.
Und trotzdem passiert… nichts.
Warum? Weil du dir sagst: „Ich würde ja gerne, aber ich hab gerade wirklich keine Zeit."
Dieser Satz kommt so schnell und so automatisch, dass du ihn selbst kaum noch hörst. Er fühlt sich an wie eine neutrale Feststellung so wie "es regnet" oder "der Zug hat Verspätung". Einfach eine äußere Bedingung, die du gerade nicht ändern kannst. Und gleichzeitig ist er so geschickt formuliert, dass er zwei Dinge auf einmal erledigt: Er signalisiert, dass du im Grunde weißt, dass du etwas ändern solltest. Und er stellt sicher, dass du es trotzdem nicht tun musst.
Wie wir uns selbst austricksen. Die Kunst der Prokrastination
Du bist einfach gut im Prokrastinieren. Du musst eigentlich eine wichtige Aufgabe erledigen. Sie ist dringend und wichtig aber trotzdem findest du keinen Anfang. Stattdessen putzt du die Wohnung, räumst Wäsche weg oder schaust dir irgendetwas auf YouTube an, und ehe du dich versiehst ist schon wieder ganz schön viel Zeit vergangen.
Abends gönnst du dir lieber eine Serie oder sagst „morgen ist auch noch ein Tag“, während der Gedanke an deine berufliche Entwicklung dich stresst. Dein Leben ist ohnehin schon voll. Eine endlose To-Do-Liste, tausend Meetings bei der Arbeit, Haushalt, Beziehungen, Familie, Freunde, Sport, Hobbys. Du weißt gar nicht, wie du das alles unter einen Hut bringen sollst. Dabei ist „keine Zeit“ oft nur eine Ausrede. Denn wenn wir ehrlich sind, dann ist Zeitmangel selten das wahre Problem. Für Freunde, Hobbys oder Freizeitaktivitäten findet man immer Zeit, für die eigenen Ziele und Prioritäten nicht. Prokrastination ist kein Zeitproblem, sondern ein Fokus- und Prioritätenproblem. Und auch wenn das jetzt vielleicht etwas hart klingt: wenn du etwas wirklich willst, findest du Wege, wenn nicht, Ausreden.
Was du dir dabei nicht eingestehst
Es gibt eine Art von Menschen ( und ich vermute, du kennst dich darin wieder ) die grundsätzlich erst mal alles selbst lösen. Vielleicht fällt es dir schwer Hilfe anzunehmen, oder du bist gewohnt alles alleine zu managen, oder weil es sich einfach richtig anfühlt, Dinge eigenständig durchzudenken, zu analysieren und irgendwie hinzubiegen. Du bist jemand, der IKEA-Regale aufbaut und am Ende tatsächlich keine Schrauben übrig hat. Der Probleme durchdenkt, bis eine Lösung auftaucht. Der nicht so schnell aufgibt.
Irgendwo im Hinterkopf sitzt der Gedanke, dass du das mit dir selbst – mit deinem nächsten beruflichen Schritt – eigentlich auch alleine herausfinden müsstest. Dass es eine Art Niederlage wäre, wenn du dir dabei Unterstützung holst. Oder zumindest ein Zeichen, dass du nicht so kompetent bist, wie du nach außen wirkst. Das spricht natürlich niemand laut aus, weil es sich beim Aussprechen sofort komisch anhört. Und dann kann es vorkommen, dass „keine Zeit“ eine sehr viel angenehmere Erklärung ist als die eigentliche.
Was passiert, wenn du weiter wartest
Erstmal wahrscheinlich nicht viel. Es gibt keinen großen Knall, der dich zwingt, endlich etwas zu ändern. Zumindest nicht sofort. Was passiert, ist viel unspektakulärer: Der Keller müsste dringend aufgeräumt werden. Der Job ist gerade so anstrengend. Und erstmal in den Urlaub fahren, danach ist auch noch Zeit. Immer ist irgendetwas, das gerade wichtiger ist und das Thema wandert still und leise weiter in den Hintergrund.
Manchmal ist „keine Zeit“ auch einfach nur eine elegantere Formulierung für „ich habe Angst, mich damit auseinanderzusetzen.“ Denn wenn du dich wirklich hinsetzt und anfängst zu klären, was du beruflich willst, könntest du etwas herausfinden. Etwas, das dich zum Handeln zwingt. Etwas, das bedeutet, dass du deine Komfortzone verlässt, Entscheidungen triffst und Dinge veränderst, die du vielleicht schon lange weißt, aber nicht bereit bist diesen Dingen sich zu stellen. Und das ist unangenehm.
Es gibt noch eine dritte Variante, die ich etwas provokativ anspreche, weil sie aber wahr ist: Manchmal hat man es sich in seinem Frust ganz gut eingerichtet. Du kennst deinen Job-Frust in- und auswendig, du weißt genau, wie er sich anfühlt, was er mit dir macht, wann er schlimmer wird. Und das hat so seltsam das klingt etwas Vertrautes. Etwas Sicheres. Veränderung dagegen ist unbekannt. Macht Angst. Also bleibt man im Job weiter unzufrieden und sagt: Ich habe keine Zeit das jetzt anzugehen.
Wann machst du dich zur wichtigsten Priorität?
Coaching ist kein weiterer Punkt auf deiner To-Do-Liste, den du irgendwann abhakst, wenn endlich Zeit ist. Coaching sollte kein lästiger Pflichttermin sein, sondern etwas, worauf du wirklich Lust hast. denn je mehr du investierst, desto mehr wirst du aus dem Coaching ziehen können.
Wenn du dich wirklich entscheidest, dich ernsthaft mit dir und deinem Berufsleben auseinanderzusetzen, dann kann Coaching genau der Hebel sein, der das möglich macht. Und nein, ich werde dir keine Antworten auf dem Silbertablett präsentieren. Sondern ich begleite dich dabei, deine Antworten selbst zu finden.
Die härteste Wahrheit zum Schluss
„Keine Zeit" bedeutet meistens nichts anderes als: Es ist mir gerade nicht wichtig genug. Und solange du das weißt und damit im Reinen bist, ist es völlig in Ordnung.
Aber wenn du spürst, dass du mehr willst. Dass da noch etwas ist, das sich nicht ignorieren lässt, egal wie voll der Alltag ist, dann hör auf, dich selbst mit Ausreden zu vertrösten. Berufliche Neuorientierung passiert nicht irgendwann von alleine. Sie passiert, wenn du dich entscheidest, dich endlich zur Priorität zu machen.
Das ist der einzige Zeitpunkt, der wirklich zählt.